Wie schon verschiedentlich in der Liz zu lesen war, möchte der Stadtrat Schlieren seine Gasversorgung verkaufen. Ich bin grundsätzlich für eine liberale Lösung. Es kann nicht die Aufgabe des Gemeinwesens sein, Energie zu verkaufen. Als Gemeinderat habe ich im Zusammenhang mit der Einführung einer Gastankstelle dies schon vertreten. Der Markt, sofern alle gleich lange Spiesse haben, regelt den Preis. Nun haben wir in Schlieren leider seit einiger Zeit einen Monopolisten im Energiemarkt. Der Stadtrat hat dem ewz (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich) gratis (!) das alleinige Vertriebsrecht von Wärmeenergie für einen Teil der Stadt Schlieren zugesichert und zwingt selber Bauwillige, sich dem Wärmeverbund anzuschliessen. Gleichzeitig besteht aber für die ewz keine Pflicht, kleine Bezüger im Einzugsgebiet anzuschliessen. Damit wurde nicht nur der freie Markt ausgehebelt, sondern ein Monopolist geschaffen, welcher sich nun die Rosinen picken kann. Was zurückbleibt ist ein Gasnetz, welches an Marktkraft und an Attraktivität und somit an Wert eingebüsst hat. Als Gegenwert dürfen wir uns heute „Energiestadt“ nennen. Hurra. Mit dem Verkauf der Gasversorgung macht die Stadt wieder einen neuen Monopolisten, welcher allerdings unter deutlich schlechteren Vorzeichen operieren muss. So kann die Konkurrenz nicht spielen, die ewz setzt in ihrem exklusiven Rayon den Preis unabhängig fest, dasselbe wird die neue Gasversorgung im übrig bleibenden Rayon tun müssen. Das kann doch nicht sein. Grundbedingung für den Verkauf der städtischen Gasversorgung ist die Auflösung der Vereinbarung mit dem EWZ, sodass jeder Konsument seine benötigte Energie frei wählen kann.